Suchbild - hydraulische Kupplungsausrückung

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martin s aus b
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Suchbild - hydraulische Kupplungsausrückung

Beitrag von martin s aus b » Di 14. Mär 2017, 21:54

Was gibt das wohl ...


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... und was stimmt hier nicht?

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Richtig!

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Eine hydraulische Kupplungsausrückung. Ein bißchen eng und mein hübsches Design-Halterchen hat der darauf verschraubte Ausrücker bei der ersten Betätigung gleich mal richtig weggebogen anstatt die Druckstange zu bewegen so daß ich den Mechanismus ein wenig verstärken und am Motorgehäuse zusätzlich abstützen musste. Hätt ich besser ein Stahl- statt eines Alublechs genommen. Aber jetzt funktionierts. Und trennt deutlich besser als das Original mit Seilzug. Für Puristen ist der eckige Hydralikbehälter am linken Lenkerende vielleicht nicht das gelbe vom Ei aber einen anderen hab ich nicht. Funktion geht vor, ansonsten sieht man von dem ganzen Umbau nichts. Nur schade, mein schöner geschmiedeter klassischer Magura - Kupplungshebel passt leider nicht in die Kawasaki - Hydraulikeinheit.

Das größte Problem dabei war allerdings nicht die Kupplung sondern die Elektrik am Lenker. Um den alten Kupplungshebel vom Lenker zu nehmen musste ich das Anschlußkabel für die linke Schaltereinheit das da 44 Jahre ungestört im Lenker gelegen hatte rauspfriemeln. Der Isolierschlauch war betonhart und hat sich unter quälendem Gezerre am Kabel in quadratmillimeterkleine Brösel aufgelöst - ich dacht ich erlebs nicht mehr.

Martin

Gerhard Höss
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Re: Suchbild

Beitrag von Gerhard Höss » Do 23. Mär 2017, 19:15

.... ausspreche Anerkennung .
So was imponiert mir immer . Kann ich doch selber die Finger eher nicht lassen von diversen Modifikationen , vor allem wenn sie das betroffene Motorrad verbessern .
Wenn auch mir selber in diesem Fall , Du hasts ja angesprochen - die Originalität wichtiger wäre .
Bei meiner " neuen " TX hab ich das linke Lenkerende auch nicht ganz so wie es sein sollte . Da ist nun ein Lenkerschalter der XS - Baureihe dran . Da muss man den Blinkerschalter nur noch in der Mittelstellung " löschen " . Fällt aber nicht so stark auf wie so eine Hydraulikpumpe .
Aber alle meine Yamaha-Blinker werden so betätigt , auch die RD 350 von 1973 hat so einen Schalter dran . So muss ich mich nicht umstellen , ich fahre meine Schätzchen ja regelmässig.....
Und rechts ist ein zierlicherer HBZ von einer RD dran ,allerdings mit einem höheren Flüssigkeitbehälter . 16 mm statt 22 , ich denke das gibt ne prima Bremse .
Fällt auch kaum auf .
Gruss Gerhard

martin s aus b
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Re: Suchbild - hydraulische Kupplungsausrückung

Beitrag von martin s aus b » Mi 23. Dez 2020, 16:06

Weil Matthias nachgefragt hat hier eine kleine Zusammenstellung der verwendeten Teile und des Arbeitsumfangs:

Ich hab Nehmer- und Geberzylinder von einer Kawasaki GPZ 1000 RX verwendet.

Nehmer- und Geberzylinder.JPG
Nehmer- und Geberzylinder.JPG (60.93 KiB) 131 mal betrachtet

Hatte ich eigentlich für einen anderen Umbau vorgesehen, die Teile waren aber für die TX ideal. Der Kawasaki-Geberzylinder weil er ein Gewinde für den Spiegel hat. Und der Nehmerzylinder der von 84 - 87 bei den Modellen Ninja ZX 900 / ZX 1000 R verbaut war, weil er so schlank ist daß er an Stelle der Kupplungsdruckschnecke unter den Seitendeckel passt und so verdreht werden kann, daß einer der Hydraulikanschlüsse oben ist. Das Entlüftungsventil das damit funktionslos auf halber Höhe hängen würde hab ich in die Anschlußschraube für die Druckleitung versetzt.
Zweifellos gibts für diesen Umbau aber auch andere Teile, die mit überschaubarem Aufwand passend gemacht werden können.

Die Druckleitung ist für schlanke 15 Euro eine 'Maßanfertigung' vom Industriehydraulikservice. Für den Halter hab ich nach dem gelben Pappmodell im Foto ganz oben einen dxf-Datenfile für den Wasserstrahlschneider erstellt und aus dem diese Zeichung abgeleitet.


...
Halter Kupplungsausrücker.JPG
Halter Kupplungsausrücker.JPG (60.41 KiB) 131 mal betrachtet

Die dxf-Datendatei finde ich nicht mehr, muß ich irgendwann mal versehentlich ins elektronische off geschossen haben, Nachbauer müssen deshalb von der Zeichnung leben, sorry.

Der Halter sollte leicht sein, deshalb hab ich ihn, Versuch macht auch hier kluch, in völliger Verkennung der auftretenden Kräfte aus drei mm Alublech schneiden lassen. Das war nix, der Aluhalter war/ist so elastisch daß die Druckstange, anstatt die Kupplung zu öffnen, einfach den Geberzylinder an der linken oberen M6-Schraube 'nach außen' verschiebt. Wenn ich noch mal Teile machen müsste würd ich deshalb statt 3 mm Alu 4 mm Stahl(blech) verwenden.
Weil ich aber die Teile schon hatte habe ich für die Verschraubung des Nehmerzylinders auf dem Halter links oben die sich so extrem weggebogen hat eine am Lichtmaschinendeckel verschraubte Abstützung gebastelt die diese Durcbiegung unmöglich macht.

Abstützung 1.JPG
Abstützung 1.JPG (89.4 KiB) 131 mal betrachtet

Damit funktionierts. Der Halter selbst liegt an drei Verschraubungspunkten des Gehäuses auf. Die hab ich bei eingebautem Motor mit dem Pressluftfräser schön vorsichtig 'frei Hand' um die 3 mm Materialstärke des Alublechs tiefer gesetzt.

Vorteile: Kupplung trennt durch den um ca 0.5 mm größeren Hub dieses Systems vor allem bei stehende Fahrzeug deutlich besser,

Nachteile: Die Optik (nur für Puristen), dh. der eckige Hydraulikbehälter mit Druckleitung am linken Lenkerende statt des Handhebels mit Seilzug - die Modifikation am Motor findet komplett unter den Deckeln statt und ist damit unsichtbar.

Der Umbau ist relativ einfach, die Teile gibts mit ein wenig Suche bei ebay / ebay Kleinanzeigen.

Martin

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