Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

loyalm1
Beiträge: 42
Registriert: So 30. Mai 2010, 19:23
Wohnort: Am Laubach 32, 65843 Sulzbach/Ts.
Kontaktdaten:

Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von loyalm1 » So 12. Apr 2020, 23:46

Das wird noch mal richtig spannend! Haben wir vielleicht einen echten Maschinenbauingenieur mit Schwerpunkt Schwingungslehre in unseren Kreisen, der das mal berechnen könnte??
Matthias Loyal
IG TX750 Mitglied

loyalm1
Beiträge: 42
Registriert: So 30. Mai 2010, 19:23
Wohnort: Am Laubach 32, 65843 Sulzbach/Ts.
Kontaktdaten:

Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von loyalm1 » Mo 13. Apr 2020, 08:18

Hat vielleicht jemand einen "Draht" zu einem Lehrstuhl für Maschinendynamik oder Schwingungslehre an einer Technischen Universität?
Vielleicht könnte man aus dieser Frage ja eine feine, praxisbezogene Übungsaufgabe für ein Seminar machen?
Ich selbst werde nach den derzeitigen Semesterferien bei der TU Darmstadt und der FH Frankfurt anrufen, ob so etwas vorstellbar wäre...
Matthias Loyal
IG TX750 Mitglied

martin s aus b
Beiträge: 101
Registriert: Mo 21. Feb 2011, 19:31
Wohnort: Besigheim

Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von martin s aus b » Di 14. Apr 2020, 23:22

Hallo Zusammen,

ich war mir ganz sicher daß ich in einer Beschreibung eines AUDI-Massenausgleichs in de ATZ oder MTZ mal was von exzentrisch gelagerten Kettenrädern gelesen habe, hab deshalb ein wenig gegoogelt und dabei dieses AUDI-Patent gefunden.

http://patent-de.com/20061207/DE102005025881A1.html

Ich kopier hier nur mal den Grundgedanken rein: Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, dass sich die Laufruhe der Ausgleichswelle verbessern lässt, indem man die von der Kurbelwelle in das Zugmittel und von diesem auf die Ausgleichswelle bzw. auf die Zwischenwelle übertragene Drehungleichförmigkeit zumindest in bestimmten Betriebszuständen des Verbrennungsmotors teilweise oder vollständig durch eine andere, aufgrund der Exzentrizität des angetriebenen Rades auf der Ausgleichswelle bzw. der Zwischenwelle erzeugte Drehungleichförmigkeit kompensiert.

So wies Stefan weiter vorn schon vermutet hat.

Ich hab mal deine, Matthias, Exzentrizitätsmessung in die Balancer-Anordnung aus dem Werkstatthandbuch kopiert ...


balancer.JPG
balancer.JPG (69.95 KiB) 1773 mal betrachtet


... und meine, daß der Kettentrieb zwar lokal beschleunigt und verzögert, sich das aber geometrisch bezogen auf die Gesamtlänge der Kette ungefähr kompensieren müsste. Wenn noch mal so eine Regenzeit wie im Februar kommt könnte ich versucht sein mal mittels Excel einen Berechnungsversuch zu unternehmen. Schaun wir mal.

Martin

Alex
Beiträge: 48
Registriert: Sa 22. Feb 2014, 10:34
Wohnort: Wolhusen, Schweiz

Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von Alex » Fr 17. Apr 2020, 00:09

wow, jetzt wird's hier aber sehr spannend. Ich plage mich seit Jahren mit meiner Geräuschvollen Balancerkette rum und hab bis jetzt noch keine Lösung. Mir ist aufgefallen, ich hab in meinem Fundus schwarze und Kupferfarbene Kettenräder. Ich werd wohl mal nachmessen ob die beide Exzentrisch sind... und wenn man ein exzentrisches mit einem nicht exzentrischen kombiniert... vielleicht, wer weiss... ist's auch einfach die Kette.

martin s aus b
Beiträge: 101
Registriert: Mo 21. Feb 2011, 19:31
Wohnort: Besigheim

Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von martin s aus b » Sa 25. Apr 2020, 00:26

loyalm1 hat geschrieben:
So 12. Apr 2020, 18:29
... klar: Das mindestens notwendige Kettenspiel muss unbedingt in der Position eingestellt werden, bei der die Kette maximal gespannt ist. Bei meinem Motor ist dies der Fall, wenn das kleine Gewicht nach unten steht ...
Genau so stehts ja auch in der Servicemitteilung von 1974 zum Umbau des Motors ua. auf die Spannvorrichtung für die Balancerwellen.

Einstellung.JPG
Einstellung.JPG (113.04 KiB) 1706 mal betrachtet

Schrauber
Beiträge: 19
Registriert: So 23. Feb 2014, 09:34

Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von Schrauber » So 26. Apr 2020, 17:31

Hallo Zusammen,
der Gedanke von Martin ist gar nicht so abwegig. Bei Autoreifen werden die Profilrillen und somit die Blocklängen unsymetrisch gestaltet.
Siehe auch rundumwissen.com/Lexikon/Reifenprofil. Hier die Kurzversion: Unterschiedliche Blocklängen, die gegeneinander versetzt werden, so dass sich entstehende Geräusche überlagern können und so in einen niedrigen Frequenzbereich fallen.
Vielleicht haben sich damals schon einige Leute in Japan darüber Gedanken gemacht.

Antworten