Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

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loyalm1
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Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von loyalm1 » Do 6. Feb 2020, 18:13

6.2.2020 - Ich habe mal eben an meinem zerlegten Motor ausprobiert, ob sich das Phänomen der ungleichmäßigen Balancer-Kettenspannung durch eine neue Originalkette eliminieren lässt.
Ernüchternd: Die neue Kette ist, wie die bisher eingebaute auch, mal mehr, mal weniger gespannt.
Sind vielleicht einzelne der beteiligten drei Kettenräder (Kurbelwelle, Gewichte 1 und 2) mit Absicht exzentrisch ausgeführt?
Oder welche sonstige Erklärung bietet sich dafür an bzw ist jemandem bekannt?
Merci
Matthias
Matthias Loyal
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schraubix
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Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von schraubix » So 9. Feb 2020, 21:46

Hallo Matthias
wie bereit erzählt, hat mein neu gemachter Motor nach dem Kettenwechsel erheblich geschüttelt. Die Kette war ungleich gelängt, was mir beim einbauen nicht aufgefallen war. Ich hatte die Spannung nur in der vorgegebenen Stellung eingestellt.
Als ich dann nochmal eine andere, gleichmässige, Kette eingebaut hatte lief der Motor wieder vibrationsfrei.
Meiner Meinung nach soll da nichts exzentrisch laufen.
Was ich aber vor kurzem gehört habe: Beim grossen Gewicht soll es angeblich verschiedene Lagerdurchmesser und entsprechende Bolzendurchmesser geben. In den Unterlagen ist darüber nichts zu finden.
Beim durchmessen meiner Bolzen konnte ich tatsächlich 3 verschiedene Masse feststellen. Die meisten haben 24.99mm dann gibts wenige mit 25.00mm und einer hat 25.01mm. Die Lager in den Gehäusen kann ich aber nicht messen.
Wie weit das mit ungleich gespannter kette zu tun hat, kann ich nicht abschätzen.
Ich werde jedenfalls nie mehr einen Motor mit ungleicher Kettenspannung einsetzen.
Apropos Kette: Matthias wo hast du denn eine neue kette bekommen?
Grüsse
schraubix

loyalm1
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Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von loyalm1 » Mo 10. Feb 2020, 12:33

Hi Ueli, danke für Deine Antwort!
Die neue Kette ist NoS. Ich habe sie vor etlichen Jahren mal vom EisenTX, vom Uwe Eisenblätter also, gekauft. Und die war damals schon sündhaft teuer. Ich entnehme Deinen Worten auch: Es gibt derzeit keine Dir bekannte Bezugsquelle für neue Ketten ...
Das mit den unterschiedlichen Wellendurchmessern ist mir neu, kann aber bei diesen geringen Differenzen nicht das wechselnde Spiel der Kette erklären. Das ist dazu viel zu ausgeprägt. Ich werde weiter versuchen festzustellen, wie ich das eliminieren kann. Die neue Kette ist übrigens nur minimal kürzer als die, die eingebaut war. Hast Du vielleicht eine konkrete Angabe zur Hand, um welche Länge man mit der Exzenterwelle ein Spiel ausgleichen kann?
Ich habe diverse Fragen auch zu anderen Themen, die ich aber unter entsprechenden Überschriften einstellen werde. Ich hoffe, dass ich auch dazu gute Antworten erhalten werde: Die Anzahl der grauen Haare bei mir steigt derzeit zu schnell an!
Grüße
20200207_165947.jpg
Kette alt/neu im Längenvergleich
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Matthias Loyal
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schraubix
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Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von schraubix » Di 11. Feb 2020, 21:42

Hallo Matthias
Eine konkrete Massangabe hab ich auch nicht zur Hand. Bei mir hängen ca. 20 gebrauchte Ketten an einer Stange und vom blossen hinschauen kann man fast keinen Unterschied erkennen.
Wenn ich sie aber probehalber einbaue und den Exzenter verdrehe, kann ich sehrwohl einen Unterschied feststellen. Mit dieser Methode kann ich die Kettenlänge einordnen.
Wenn aber die vermeintlich beste Kette ausgesucht ist, muss noch kontrolliert werden ob sie gleichmässig gelängt ist.
Die einzige Kette, mit der ich den Exzenter rundum drehen konnte, hatte 120000 Km auf dem Buckel und der Motor hatte nicht vibriert und lief super.
Das Problem mit deiner ungleich gelängten Kette ist vermutlich schon nicht mit den geringen Toleranzen der Welle zu erklären. Ich würde aber doch noch mal die betreffenden Lager genau anschauen.
Hast du ein Motorgehäuse mit eingebauten Passhülsen (letzte Version) oder hast du eine Hülse im Lager drin?
Ansonsten kann ich mir nur vorstellen, das deine "neue" Kette ungleich vorgelängt wurde.
Gruss
schraubix

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Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von loyalm1 » Di 11. Feb 2020, 22:47

Hi,
bei meinem Gehäuse wird die Exzenterachse mit den Hülsen, Nr. 14 (30mm lang) und 15 (20mm lang, sitzt im Bereich des Nadellagers) aus dem Umrüstkit (siehe "TX 750 Adjustabel Balancer Shaft Set Installation Procedure"), im hinteren Nadellager eingebaut. Das ist echt schlecht. Als ich das auseinander genommen habe, war anstelle der zwei unterschiedlich langen Hülsen die auf dem Bild vorne liegende, durchgehende und 50mm lange, verbaut, in die sich die Nadeln des Lagers richtig eingearbeitet haben. Dessen ungeachtet: Die zwei getrennten Hülsen habe ich auch da und kann/werde sie einbauen.
Bild

Hast Du mir einen Tipp bzw. Erfahrung, wie ich das hintere Nadellager aus dem Gehäuse herausbekomme? Eine Passhülse könnte ich mir ja drehen lassen; das hatte ich mir auch schon überlegt. Für die Achse braucht's ja kein Nadellager mehr.
Dann ist bei dem Umrüstkit ein Stopfen Nr.16 abgebildet (der an meinem Motor nicht montiert war und den ich auch nicht im Fundus habe), mit dem beim kleinen Gewicht Nr. 2 die kleine Bohrung nach unten in den Ölsumpf verschlossen werden müsste. Hast Du eine Erklärung, warum das gemacht werden sollte? Was meinst Du: Könnte es vielleicht wirklich von unten so hoch dort hinein Öl spritzen, dass dieses dann an der 35er Kontermutter der Achse austreten würde? Das wäre die einzige Erklärung dafür, die mir einfällt.

Und wo wir gerade so schön dabei sind: Hast Du eine Quelle für den Bezug der 3 niedrig bauenden Wellendichtringe in der Ölpumpe (Nr. 11-3, 11-15-3), oder muss man da wirklich auf Honda ausweichen - 91208MN1771?

Danke erst mal soweit!
Grüße
Matthias
Dateianhänge
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Matthias Loyal
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Alex
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Re: Ungleich gelängte Balancerkette? Wirklich?

Beitrag von Alex » Mo 17. Feb 2020, 14:43

Hallo Matthias, ich hab diesen Winter das vordere Balancer-Lager ersetzt, und mir dazu auf der Drehbank diesen Lager-Auszieher gebastelt. Gewindestange M20 Langmutter M20x60. Für das kleinere Lager wäre wohl M16 geeigneter. Bilder dazu findest du auf Facebook. https://www.facebook.com/groups/TXdownu ... 7336465866. Falls das Lager nicht allzu fest sitzt, kannst du's vielleicht auch mit einer einfachen Schlossschraube rausziehen. Den Kopf der Schraube hinters Lager, und die Schraube mit einem passenden Stück Holz oder so im Lager verklemmen.
Das kleine Loch bei Gewicht Nr.2 hab ich einfach mit JB-Weld (Hitzebeständiger Epoxydkleber) zugemacht, genau wie du beschrieben hast, um die Exzenterachse nach aussen abzudichten, Öl findet dank der Kapillarkräfte immer einen Weg... Die Wellendichtringe der Ölpumpe gibts immer noch (oder wieder) bei Yamaha, sind bei der aktuellen SR400 verbaut. Gruss Alex

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